Kameraeinstellungen in der Studiofotografie!

Welche Einstellungen soll ich an meiner Spiegelreflexkamera für die Studiofotografie verwenden. Diese Frage wird uns immer wieder gestellt von Studionewcomern, aber auch von Fotograf/- innen, die überwiegend Outdoor fotografieren und sich mit der Studiofotografie vertraut machen möchten.

Auf dieser Seite möchten wir kurz auf die Grundlagen eingehen und lediglich eine Empfehlung abgeben. Je nach Situation und Licht-Set-up können die Einstellungen variieren.

GoodPhoto 5 Sterne

Kamera-Modus

Manueller Modus

In der Studiofotografie mit Blitz verwendest du immer den Kameramodus „Manueller Modus (M)“. In diesem Modus übernimmst du die Kontrolle über deine Kamera.

Du bestimmst welche Blende und welche Verschlusszeit du verwenden möchtest. In diesem Modus kannst du deine Kamera manuell auf jeden beliebigen Wert einstellen.

Den Kamera Modus kannst du mit dem Einstellrad oben auf der Kamera festlegen. (M, A, S, P bei Nikon und M, AV, TV, P bei Canon)

Belichtungszeit

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit wird auch Verschlusszeit genannt und bestimmt, wie lange ein Foto bzw. der Sensor belichtet wird.

Bei der Studiofotografie mit Blitz stellst du die Verschlusszeit in der Regel immer fest ein (Zum Beispiel auf 1/125 sec.). Der Wert der Verschlusszeit kann sich auch in einem Bereich zwischen 1/60 sec. und 1/250 sec. bewegen.

Eine Verschlusszeit über 1/200 sec. solltest du vermeiden da es sonst zu einer Abschattung durch den Vorhang kommt. Der Verschluss ist schneller als der Blitz. Das Phänomen ist als „schwarzer Balken“ bekannt und wird dadurch vermieden.

Die schnellste Synchronzeit in der Studiofotografie die keine Abschattungen durch den Verschluss (schwarzer Balken) erzeugt ist ca. 1/250 sec. Bitte beachten! Die Synchronzeit kann je nach verwendeter Kamera variieren.

Blende

Blende

Mit der Blende bestimmst du, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Bildsensors kommt. Durch eine kleine Blende (große Blendenzahl F/16, F/22, F/32) kommt weniger Licht als durch eine große Blende (kleine Blendenzahl F/1, F/1.4, F/2).
 
Eine große Blende (F1, kleine Blendenzahl) bedeutet die Blendenöffnung ist ganz weit offen, so das viel Licht hindurch kommt.
Eine kleine Blende (F32, große Blendenzahl) bedeutet die Blendenöffnung ist ziemlich geschlossen, so das wenig Licht hindurch kommt.
 
Zudem bestimmt die Blende die Schärfentiefe (Unschärfe oder auch Bokeh) auf dem Foto.
 
Eine große Blende (F1, Blendenöffnung ist ganz weit offen), bedeutet eine geringe Schärfentiefe.
Eine kleine Blende (F32, Blendenöffnung ist ziemlich geschlossen), bedeutet eine große Schärfentiefe.
 
Im Studio ist aufgrund der Studioblitze reichlich Licht vorhanden. Um ausreichend Schärfentiefe zu haben, sollte die Blende ca. F8 bis F16 sein.

ISO-Wert

ISO-Empfindlichkeit

In der Studiofotografie steht durch die Verwendung der Blitzanlage genügend viel Licht zur Verfügung. Viel Licht bedeutet ein niedriger ISO-Wert zwischen 100 und 200 ist ausreichend. Ein niedriger ISO Wert (100 und 200 ISO) bedeutet eine niedrige Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Eine niedrige Lichtempfindlichkeit bedeutet viel Licht ist vorhanden.

Im Umkehrschluss bedeutet das, je weniger Licht vorhanden ist, desto höher der ISO Wert (1600 und mehr), da ja weniger Licht auf den Bildsensor kommt.

Übrigens, der ISO-Wert ist ein Standard für Filmempfindlichkeitsangaben der „Internationale Organisation für Normung“. Die Bezeichnung ISO kommt noch von der analogen Fotografie. Die ISO-Zahl gibt an, wie lichtempfindlich ein Film ist. Bei den digitalen Kameras steht die ISO-Empfindlichkeit für die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors.

Weißabgleich

Weißabgleich

Mit dem Weißabgleich bestimmst du die Farbtemperatur entsprechend des vorhandenen und verwendetem Lichtes am Aufnahmeort.

Die Studioblitze im Studio haben eine Farbtemperatur von ca. 5000 – 5500 K +/- 150°. In der Regel bekommst du mit der Einstellung „Blitz“ in deiner Kamera schon sehr gute Ergebnisse. Du kannst aber auch eine beliebige Kelvinzahl, (im Studio in der Regel 5500K) in den Einstellungen selbst eingeben.
 
Wenn du deine Fotos im RAW-Format aufnimmst, kannst du den Weißabgleich nachträglich bei der Bildbearbeitung in deinem Grafikprogramm anpassen. Wir empfehlen, Fotos im RAW-Format aufzunehmen.
 
 

RAW und JPEG

RAW und JPEG

RAW (engl. „roh“) ist das Rohdatenformat in der Fotografie, wird auch als „digitales Negativ“ bezeichnet und hat gegenüber dem JPEG-Format einige Vorteile.

Wenn du im RAW-Format fotografierst, übernimmt die Kamera keine deiner voreingestellten Bildeinstellungen. Die RAW-Datei enthält unverarbeitete Rohdaten. Deine RAW-Datei (NEF Nikon, CRW Canon, ARW Sony) muss von dir erst in einem Fotobearbeitungsprogramm bzw. RAW-Converter „digital entwickelt“ werden.

Du kannst ohne Qualitätsverlust das maximale aus deinem digitalen Rohmaterial herausholen. Zum Beispiel Einstellungen am Weißabgleich vornehmen, die Belichtung und den Farbraum anpassen und vieles mehr. Zudem hast du volle Kontrolle über die Parameter Bildrauschen und Schärfeeinstellungen und kannst das Foto ganz nach deinem Geschmack entwickeln.

Wenn du bei deinen Bildeinstellungen (Belichtung, Weißabgleich, usw.) sorgfältig bist kanns du auch im JPEG-Format tolle Ergebnisse erzielen. Dein Foto wird in der Kamera entwickelt und komprimiert, somit ersparst du dir eine aufwendige Nachbearbeitung. Beachte aber, dass es Einschränkungen im JPEG-Format bei der Bildbearbeitung (Farbe, Kontrast, Weißabgleich, usw.) gibt.

Unser Tipp: Fotografiere in JPEG + RAW.

Belichtungsmessung

Belichtungsmessung

Die Belichtungsmessmethoden in der Kamera messen die Belichtung grundsätzlich mit der Objektmessung. Bei der Objektmessung wird das vom Objekt reflektierte Licht gemessen. Folgende Messmethoden stehen zur Verfügung:

Integralmessung
Bei der Integralmessung wird die Helligkeit über den gesamten Bildausschnitt ermittelt.
 
Mittenbetonte Integralmessung
Bei der mittenbetonten Integralmessung wird das Hauptmotiv in der Bildmitte gemessen. Diese Messmethode ist sehr beliebt und wird für viele Zwecke verwendet.
 
Mehrfeld- oder Matrixmessung
Die Mehrfeld- Matrixmessung ist die Standardmessmethode für Schnappschüsse und Actionfotografie.  
 
Spotmessung
Die Spotmessung berücksichtigt nur einen kleinen Teil des Motivs (ca. 1-5%). Diese Messmethode ist wird gerne bei Gegenlichtsituationen und Nachtaufnahmen, aber auch bei spiegelnden Flächen und großen Helligkeitsunterschieden verwendet.
 
Selektivmessung
Die Selektivmessung unterscheidet sich zur Spotmessung nur im Erfassungsbereich des Motives, der bei ca. 10 – 15 % liegt.

AF-Feldeinstellungen

AF-Feldeinstellungen

In den meisten Fällen schalten wir den Autofokus der Kamera auf ON. 

Diese Einstellung übernimmt die automatische Fokussierung deines Motives. 
Je nach Kameramodell stehen dir verschiedene Autofokusmethoden zur Verfügung.
 
AF-S (Einzelautofokus) 
Der Einzelautofokus wird empfohlen für Motive, die sich nicht oder nur wenig bewegen. In der Portraitfotografie fokussierst du in der Regel mit dem Einzelfeld auf eines der Augen deines Models.
 
AF-C (Kontinuierlicher Autofokus)
Der kontinuierlicher Autofokus wir verwendet bei Motiven die laufend in Bewegung sind. Wenn dein Model springt oder tanzt, geht der fokussierte Punkt fortlaufend mit den Bewegungen mit.
 
AF-A (AF-Automatik)
Bei Auswahl der AF-Automatik wählt die Kamera bei einem unbewegten Motiv automatisch AF-S und wenn sich das Motiv bewegt automatisch AF-C.
 
MF (Manueller Fokus)
Der manuelle Fokus deaktiviert deinen Autofokus und du musst von Hand fokussieren. Geren verendet in der Makrofotografie und im Bereich der Kunst-Fotografie.

AF Fokusfelder

AF Fokusfelder

Je nach Kameramodell stehen dir verschiedene Fokusmessfelder zur Scharfstellung deines Motives zur Verfügung. Ein Fokusfeld misst den Bereich, der im Bild scharf sein soll und fokussiert diesen Bereich präzise.

Einzelfeldsteuerung
Die Kamera verwendet ein Fokusmessfeld für die Fokussierung und Scharfstellung und stellt nur auf das Motiv im gewählten Fokusmessfeld scharf. Die Einzelfeldsteuerung ist für Motive geeignet, die sich wenig oder gar nicht bewegen. In der Porträtfotografie wird die Einzelfeldsteuerung dazu verwendet, um auf die Augen zu fokussieren, damit diese scharf sind.
 
Dynamische Messfeldsteuerung
Auch die dynamische Messfeldsteuerung (zusammen mit AF-C) wird gerne in der Porträtfotografie verwendet. In diesem Modus bist du recht flexibel. Du kannst den Fokuspunkt in deinem Motiv festlegen und die Kamera „merkt“ sich deine Auswahl. Wenn sich dein Motiv bewegt, berechnet die Kamera anhand der nahestehenden Fokuspunkte die Position deines Motives und stellt dieses erneut scharf. Die Anzahl der Fokusmessfelder variiert je nach ausgewähltem Modus.
 
3D Tracking – Automatische Messfeldsteuerung
Diese Messfeldeinstellung eignet sich besonders für Motive, welche sich unvorhersehbar hin und her bewegen. Zum Beispiel in der Sportfotografie oder bei Events und Tanzshows.
 
Messfeldgruppensteuerung
Für die Scharfeinstellung mit der Einstellung Messfeldgruppensteuerung verwendet die Kamera eine Gruppe von Fokusmessfeldern und fast diese zu einem großen Messfeld zusammen. Die Kamera priorisiert aber immer den zentralen Fokuspunkt, falls der Kontrast in der Mitte zu gering ist, versucht sie mit den anderen Fokusmessfeldern zu fokussieren.

Kameraeinstellungen in der Studiofotografie

Bezeichnung

Kamera-Modus:
Belichtungszeit:
ISO:
Blende:
Weißabgleich:
RAW oder JPEG:
Belichtungsmessung:
AF-Feldeinstellungen:

AF Fokusfelder:

Werte

manuell
125 sec.
100
8
Blitz
RAW
Mittenbetonte Integralmessung
AF-S (Einzelautofokus)

Einzelfeldsteuerung

Werte alternativ

manuell
125 sec. bis 250 sec.
100 bis 200
8 bis 22
5000 – 5500K
RAW und JPEG
Spotmessung
AF-C (Kontinuierlicher Autofokus)
Dynamische Messfeldsteuerung

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