Upcycle Your Style Fashionshow

Nachhaltige Mode im Rampenlicht: Rückblick auf die „Upcycle Your Style“-Fashionshow

Am Samstag, den 25. Juli 2026, wurde das Stadtteilkulturzentrum Neue Ziegelei im Prinz‑Eugen‑Park (Bogenhausen) München zum pulsierenden Treffpunkt für kreative Nachhaltigkeit.

Das ausgesprochen gut angenommene Event „Upcycle Your Style“, initiiert von Green City e.V., setzte ein kraftvolles Zeichen gegen die Wegwerfkultur der Fast‑Fashion‑Industrie und zeigte, wie viel ästhetisches Potenzial in vermeintlich ausgedienten Textilien steckt.

Kreative Höhepunkte auf dem Laufsteg

Im Zentrum des Abends stand eine einstündige Fashionshow, in der rund zehn Designerinnen und Designer ihre Upcycling‑Kollektionen präsentierten. Alle Outfits entstanden aus Textilien, die bei früheren Kleidertauschpartys übrig geblieben waren – Stoffe, die sonst im Müll gelandet wären.

Zu den Highlights gehörten:

  • Atelier La Silhouette – ein Ausbildungsbetrieb für junge Frauen, der mit präziser Handwerkskunst und femininen Silhouetten überzeugte.
  • Roubs Style – interkulturelle Designs, die traditionelle Muster und moderne Schnitte verbinden.
  • Piep_Studio – visionäre Entwürfe des für den German Design Award Newcomer 2026 nominierten Studios.

Die Vielfalt der Kollektionen zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich Upcycling interpretiert werden kann – von avantgardistisch über verspielt bis hin zu alltagstauglich.

Tauschen statt Kaufen – Kreislaufwirtschaft zum Mitmachen

Parallel zur Show fand ein offener Kleidertausch statt. Besucherinnen und Besucher konnten gut erhaltene Kleidungsstücke mitbringen und gegen neue Lieblingsstücke tauschen. Damit wurde die Idee der Kreislaufwirtschaft unmittelbar erfahrbar: Ressourcen schonen, Mode neu denken, Konsum entschleunigen.

Inspirierender Ausklang mit Musik und Gesprächen

Beim anschließenden Get‑together standen Austausch und Begegnung im Mittelpunkt. Designerinnen, Schneider und Gäste diskutierten über nachhaltige Produktionsweisen, kreative Techniken und die Verantwortung der Modebranche in Zeiten knapper Ressourcen.

Der Abend machte deutlich: Upcycling ist nicht nur ein Trend, sondern ein gesellschaftliches Statement.

Wie die Idee zur Fashionshow entstand

Tanja Tenschert, Pressereferentin bei Green City e.V., begrüßte die Gäste mit einer Frage, die mitten ins Thema traf:

„Wer von euch hat sich Gedanken darüber gemacht, was er heute zur Fashion Show anziehen wird?“

Sie erinnerte daran, dass weltweit jährlich rund 90 Millionen Tonnen Kleidung im Müll landen – ein drastisches Ergebnis der Ultra‑Fast‑Fashion‑Industrie, die täglich tausende neue Artikel auf den Markt bringt.

Tanja übernahm das Projekt „Upcycle Your Style“ vor etwa einem Jahr. Damals bestand es ausschließlich aus Kleidertauschpartys. Doch am Ende jeder Veranstaltung blieben Säcke voller Kleidung übrig, die weder getauscht noch gespendet werden konnten. Gemeinsam mit Julia Khramtsova, Designerin und ehrenamtliche Nähprofi im Projekt, entstand die Idee, aus diesen Resttextilien neue Mode zu kreieren – und sie auf einer Bühne zu zeigen.

Julia arbeitet im Stadtteilkulturzentrum Neue Ziegelei, das 2025 in nachhaltiger Bauweise aus recycelten Ziegelsteinen und Beton eröffnet wurde. Die perfekte Location für ein Projekt, das ökologische Verantwortung sichtbar machen möchte.

Upcycling als politisches Statement

Green City e.V. betont: Kleidung ist immer auch politisch. Hinter jedem Shirt und jeder Jeans steckt ein enormer Verbrauch an Wasser, Energie und Chemikalien. Gleichzeitig werden jährlich rund 92 Millionen Tonnen Textilien entsorgt – oft kaum getragen.

Die Fashionshow sollte zeigen, dass Altkleidung ein riesiges kreatives Potenzial birgt. Über einen Open Call wurden Designer*innen eingeladen, eigene Upcycling‑Kollektionen zu entwickeln. Die Ergebnisse bewiesen, wie vielseitig und individuell nachhaltige Mode sein kann.

Models, Vielfalt und Community

Auch die Models wurden über einen Open Call gefunden: Über 60 Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe standen auf dem Laufsteg. Einige hatten Model‑Erfahrung, für viele war es ein einmaliges Erlebnis.

Für das Fitting der Models von Roubs Style war die Regensburger Sängerin und Songwriterin Nathi (schön, stark, echt) zuständig. Sie unterstützt Designer Ousmane Diaw regelmäßig bei Shows und sorgte für reibungslose Abläufe hinter den Kulissen.

Wie geht es weiter?

Die Veranstaltung war ein Pilot – und ein voller Erfolg. Die Meisterschule für Mode hat den Open Call zum Anlass genommen, Upcycling fest in den Lehrplan des zweiten Semesters zu integrieren. Die Studierenden entwickeln im kommenden Schuljahr eine eigene Upcycling‑Kollektion.

Damit steht fest: 2027 wird es eine Fortsetzung geben. Geplant ist:

  • eine Ausstellung der Designs inklusive Prozessdokumentation
  • Hintergrundinfos zu Fast Fashion
  • innovative Ansätze für nachhaltige Materialien und Produktionsweisen

Ob es erneut eine große Fashionshow geben wird, hängt von der Projektförderung ab – der Wunsch ist definitiv da.

Über Tanja Tenschert

Tanja Tenschert ist Pressereferentin bei Green City e.V., einem gemeinnützigen Verein, der sich in München für Klima‑ und Umweltschutz engagiert – in den Bereichen Mobilität, Stadtbegrünung, Klima und Bildung.

Neben „Upcycle Your Style“ verantwortet sie das Projekt Kunst & Klima, das mit Münchner Künstler*innen kreative Formate entwickelt, um Bewusstsein für Klimathemen zu schaffen und die Resilienz der Teilnehmenden zu stärken. In diesem Jahr liegt der Fokus auf Wortkunst: Ein Poetry Slam zum Thema Klima sowie eine Schreibwerkstatt laden dazu ein, Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen – und vielleicht selbst auf die Bühne zu bringen.

Runway Impressionen

• Jasmin Stingl
• Livia Phitsanu und Jasmin Ukaj
• Alina Maqsoodi
• Melinda Fars
• Sara Aslimoska
• Alisa Panova
• Daria Lazareva, Sita Frank, Angel Kiala-Kalubi, Precious Mayasosua Manzo
• Karin Oberacher
• Kim Pieper
• Rubs Style

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