Schon als Kind hatte ich eine große Faszination für die Fotografie. Während andere in den Sommerferien baden gingen oder herumtobten, verbrachte ich meine Zeit meist in meiner Geburtsstadt Wien – einer Stadt, die für jemanden mit einer Kamera ein einziges Paradies ist. Die prachtvolle Architektur, die gepflegten Gärten, die lebendige Atmosphäre und später auch die Magie der Nachtfotografie mit ihren langen Belichtungszeiten zogen mich vollkommen in ihren Bann.
Eine meiner seinerzeit spektakulärsten Aufnahmen entstand am 1. August 1976: der Einsturz der Reichsbrücke. Ein Moment, der sich tief in mein fotografisches Gedächtnis eingebrannt hat.
In meiner Jugend entdeckte ich dann die People-Fotografie. Zunächst fotografierte ich meine Familie, meine Schwestern und deren Freundinnen. Nach und nach kamen immer mehr Menschen – überwiegend Frauen – zu mir, um sich porträtieren zu lassen. Anfangs fotografierte ich fast ausschließlich in Schwarzweiß und entwickelte viele der Bilder in meiner eigenen Dunkelkammer. Das war eine Zeit, in der Fotografie noch ein echtes Handwerk war.
Anfang der 80er Jahre bewarb ich mich bei verschiedenen Fotoagenturen. Dort wurden vor allem Farbdias verlangt – ein völlig anderer Workflow. Meinen ersten Agenturvertrag vergesse ich nie: Er war mit der Agentur FOTEX in Hamburg.
Ebenso lebhaft erinnere ich mich an meine erste Modenschau, die ich in Regensburg fotografierte. Veranstalterin war Renate Niebauer, die damals mehrere Modeboutiquen organisierte und 1988 eine große Open-Air-Modenschau am Bismarckplatz auf die Beine stellte. Das machte mir unglaublich viel Spaß, und zu dieser Zeit gab es in Regensburg und Umgebung zahlreiche Modenschauen – damals noch in den „Discos“, wie man sie nannte. Da es keinen Online-Handel gab, waren solche Events das wichtigste Marketinginstrument der lokalen Händler, um die neuen Kollektionen für Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter zu präsentieren.
Ich erinnere mich an die Gebrüder Wirkes, die Boutique Martinique, den Kaufhof am Neupfarrplatz, der regelmäßig Modenschauen für Damen-, Herren- und Kinderbekleidung veranstaltete. Ebenso C&A, das Modehaus Rehorik und natürlich das DEZ, wo mehrmals im Jahr professionelle Center-Modeschauen stattfanden – große, choreografierte Shows, die Fashion richtig zelebrierten. Ein absoluter Höhepunkt der späten 1980er war die Kult-Disco „Scala“: Dort trafen extravagante Modenschauen auf spektakuläre Hairstyling-Events und setzten Trends, die weit über Regensburg hinaus wirkten.
Parallel dazu begeisterte mich der Motorsport. Als großer Fan der Rallye-Legende Walter Röhrl begann ich Rallyes zu fotografieren. Mit Straubing und der 3‑Städte‑Rallye quasi vor der Haustür bot sich das perfekt an. Anfangs fotografierte ich nur für mich, später für eine Münchner Agentur, die die Bilder für Werbung, Kalender und auch für die Fahrer selbst nutzte. Doch meine wahre Leidenschaft blieb die People-Fotografie, und nach einigen Saisons verabschiedete ich mich wieder vom Motorsport.
Anfang der 90er Jahre kam das Video hinzu. Ich filmte Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen – Persönlichkeitsentwicklung, Motivation, Psychologie, Erfolgspsychologie, Zeitmanagement und vieles mehr. Ich blieb mehrere Jahre dabei, wurde immer wieder eingeladen und konnte aus diesen Vorträgen auch persönlich viel mitnehmen.
Mit dem Internet begann ich um 2006 herum das Projekt goodbild, eine Online-Bildagentur und Partyfotoseite. Doch die technische Betreuung war extrem zeitaufwendig. Damals steckte Agentursoftware noch in den Kinderschuhen, und ich verbrachte Nächte damit, fehlerhafte Skripte zu korrigieren, Fotos zu prüfen, mit Fotografen und Kunden zu kommunizieren. Irgendwann merkte ich, dass ich kaum noch zum Fotografieren kam – und das war der Punkt, an dem ich mich nach zwei oder drei Jahren wieder von dem Projekt trennte.
Im selben Jahr eröffnete ich GoodPhoto, mein Mietfotostudio. Dort hatte ich wieder unzählige Fotoshootings mit den unterschiedlichsten Menschen. Es ist faszinierend, wie verschieden Menschen sich selbst wahrnehmen: Manche unterschätzen sich völlig, haben wenig Selbstvertrauen, sind aber eigentlich sehr hübsch – es fehlt nur die Ausstrahlung. Andere überspielen Unsicherheiten und wirken dadurch unnatürlich. Wieder andere sind so überzeugt von sich, dass sie gar nicht merken, was sie eigentlich tun sollten. Eine ideale Kombination aus echtem Selbstvertrauen und natürlicher Ausstrahlung ist selten. Genau das macht jedes Shooting zu einer Herausforderung – und zu einem Vergnügen. Denn es ist großartig, das Beste aus jedem Menschen herauszuholen und ihn im Idealfall genial abzulichten.
Im Studio waren im Laufe der Jahre Menschen aus allen Bereichen: nationale und internationale Designer, Models, Playmates, regionale und überregionale Künstler, Musiker, Bands, unzählige Fotografen mit ihren Models und Kunden – für private wie geschäftliche Aufnahmen. Man könnte sagen, dass das GoodPhoto Studio längst Kultstatus hat und weit über Neutraubling hinaus bekannt ist. Ich bin dankbar für die vielen unterschiedlichen Menschen aus allen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen, die ich kennenlernen durfte, und freue mich auf viele weitere.
Im Sommer 2017 begleitete ich einen befreundeten Fotografen zu einem Shooting bei einer Sportveranstaltung. Dort lernte ich einen Fotografen aus München kennen, der für die MGSU – Miss German Sport – fotografierte. Über ihn kam der Kontakt zum Veranstalter aus Hannover zustande. So organisierte ich 2018 die erste Misswahl für den Titel Miss German Sport Regensburg. Die Gewinnerin, Kerstin Colucci, ist heute eine bekannte Fitness-Influencerin. Es folgten weitere Misswahlen in ganz Deutschland, Titelübergaben und Fotoshootings mit Missen und Mistern im Studio.
Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich und fotografiere Veranstaltungen von Vereinen. Seit 2013 organisiere und begleite ich fotografisch die Aktion One Billion Rising Regensburg. 2017 entstand dazu die Fotoausstellung AD LUCEM, die ich als Fotograf und Organisator mit ausrichtete. Ich fotografierte zahlreiche Charity-Shootings, unter anderem jedes Jahr zu Weihnachten beim Globus. 2020 setzte ich mich mit der Fotokampagne Klimaschutz aktiv als Fotograf und Organisator für den Umweltschutz ein.
Meine Fotos veröffentliche ich meist mit einem Beitrag in meinem Blog auf GoodPhoto, aber auch bei Veranstaltern und in verschiedenen Presseportalen.
Manfred (Fred) Geschka – Fotograf – Fotoreporter – Fotojournalist – Bildjournalist – Pressefotograf – Reportagefotograf

